Die Leere 22.07.19

Eigentlich hatte ich über die Menschen, die nicht mehr auf den Stühlen sitzen schreiben wollen, über das gerade eben noch und jetzt nicht mehr, über die Leere, die bleibt, weil sie davor gefüllt war, über die Leere, die leer bleibt oder sich wieder füllt. Die Leere ist nicht die Lücke, die Leere ist ein Atemzug, eine Bewegung, ein sich leeren und sich wiederfüllen, ein aufeinanderfolgen von Zuständen, eine Notwendigkeit. Chats leeren. Herzen leeren. Herzräume leeren. Zeiträume leer lassen.


Ich fülle die Leere mit den Nachbildern den Nachklängen und der Phantasie, will mich an einen Körper drücken, der mir Wärme und Halt verspricht, will mit auffüllen mit diesem nahen Anderen, der sich in meine Leere schmiegt, als wäre er dafür gemacht, nur dafür, um ihn dann auszuatmen, ganz aus, bis nichts mehr von ihm übrig ist, bis er wieder in mich einströmt, ganz von selbst in eben dieser Bewegung. Also stemme ich mich nicht mehr dagegen, gegen die Leere.